Positionierung von CiviCRM

CiviCRM-Treffen am 27. November in Berlin: Hauptthema war die Positionierung von CiviCRM gegenüber anderen Anwendungslösungen für gemeinnützige Organisationen. Unser Programmierer Olaf Buddenhagen hat das Thema nach dem Treffen noch einmal aufgegriffen und einen Artikel auf der CiviCRM-DE Mailingliste geschrieben.

Anlass genug, hier einmal auf die Archivfunktion unserer Mailingliste hinzuweisen: Hier lassen sich alle alten Beiträge auf der Mailingliste aufrufen. Und hier geht es direkt zum sehr lesenswerten Beitrag von Olaf Buddenhagen!

Positionierung von CiviCRM

Hallo allerseits,

Beim Treffen in Berlin diesen Donnerstag gab es diesmal nicht so viele
Anwenderfragen; stattdessen haben wir uns mehr über CiviCRM allgemein
unterhalten -- insbesondere über die Marktpositionierung, und wie wir
diese verbessern können.

Dabei wurde die Aussage kolportiert, dass die Fundraising-Box die größte
Konkurrenz zu CiviCRM in Deutschland wäre... Nachdem ich etwas darüber
nachgedacht habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich das nicht so
sehe: Die Fundraising-Box ist für kleinere Organisationen interessant,
die mit wenig Aufwand online Spenden sammeln wollen -- und ist damit
eine mögliche Alternative zu klassischer Fundraising-Software, wenn eine
solche Overkill wäre.

CiviCRM hingegen konkurriert nur begrenzt mit reiner
Fundraising-Software: Es ist eben ein CRM-System, das neben Fundraising
auch viele andere (im Prinzip nahezu beliebige) Kontakt-bezogene
Prozesse abbilden kann -- und bietet damit einen großen Mehrwert für
jede Organisation, die mit Kontakten mehr als nur Fundraising macht.

Das betrifft alle politische Organisationen, die breit angelegte
Kampagnen fahren. Das betrifft alle Organisationen, die öfters
Veranstaltungen organisieren. Das betrifft alle Vereine mit vielen
ordentlichen Mitgliedern, von denen nicht nur Geld kommt, sondern deren
Mitgliedsstatus verwaltet werden muss; die auf dem Laufenden gehalten
werden möchten; und die zu Mitgliederversammlungen eingeladen werden.
Das betrifft alle Organisationen, die politische Arbeit machen, und
daher mit vielen politischen Kontakten zu tun haben. Das betrifft alle
Organisationen, die Öffentlichkeitesarbeit machen, und daher
Pressekontakte verwalten müssen. Das betrifft alle humanitären,
ökologischen und anderen Organisationen, deren Wirken auf viele einzelne
Personen oder Projekte abzielt, über deren Status man einen Überblick
behalten muss.

Für all diese Organisationen ist eine reine Fundraising-Lösung nur
begrenzt nützlich, da sie dann neben dieser immer auch noch weitere
Kontakt-Datenbanken pflegen müssten. CiviCRM ist daher in diesen Fällen
nicht nur im Bereich Freier Software nahezu konkurrenzlos -- die einzige
mir bekannte Alternative, die wohl einige der gleichen Funktionalitäten
abdeckt, ist sopen -- sondern in vielen Fällen einfach die beste Lösung
ohne Wenn und Aber; selbst wenn unfreie Lösungen auch in Betracht
gezogen werden. (Was man natürlich nie sollte, da es immer kurzsichtig
ist, sich von dem Schicksal und den Geschäftsentscheidungen eines
proprietären Anbieters abhängig zu machen :-) )

-antrik-